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  Giles Blunt: Gefrorene Seelen
 

Viel Eis und wenig Sonne

In einem verlassenen, eisbedeckten Schacht auf einer kleinen Insel mitten im gefrorenen See wird die Leiche eines kleinen Indianermädchens gefunden. Der Polizist Cardinal konnte ihren Mord in Zusammenhang mit mehreren Vermisstenfällen von Jugendlichen in einer kanadischen Kleinstadt bringen. Aber gleich nach dieser Entdeckung enden die Ermittlungen in einer Sackgasse. Wer steht hinter diesen Entführungen und Morden? Was sind seine Beweggründe? Was will er erreichen?

Seinen schwierigsten Fall muss Cardinal in schwierigsten Lebensumständen lösen. Seine Frau kam ins Irrenhaus. Auf ihn selbst fällt ein Verdacht der Korruption. Er schreibt seine Kündigung. Er ist fast unter dem Eis des Sees gestorben. Ihm wurden der Arm und der Bauch durchgeschossen – das Leben hängt auf einem dünnen Faden. Kann man in diesem Zustand die Ermittlungen zu Ende führen? Kann eine solche Story ein Happy End haben?

Der Roman „Gefrorene Seelen“ ist schon deswegen lesenswert, um Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Außerdem gibt er Antworten auf viele verschiedene, nicht uninteressante Fragen. Zum Beispiel, wo ist der Unterschied zwischen Schönheit und Hässlichkeit. Kann die fehlende Schönheit einen Menschen zum Mörder machen? Kann man aus Langeweile einen Mord begehen? Kann man sich einen Menschen vorstellen, der nur deswegen zum Mörder wurde, weil er keine andere „interessante“ Beschäftigung für sich gefunden hat? Kann man sich eine Frau vorstellen, die den Mörder nur deswegen liebt, weil er zu ihrem Mann wurde, ihre unübersehbare äußerliche Unattraktivität ignorierend? Kann man sich eine Frau vorstellen, die tötet, weil sie Angst davor hat, ihren Liebsten zu verlieren, den im Leben nichts anderes interessiert, außer Töten? Ohne Zusammenhang erscheinen diese Fragen ausgedacht, fernab des wirklichen Lebens. Aber Giles Blunt ist es gelungen, lebendige, reale und deshalb wirklich gruselige Menschen zu zeigen, für die diese Fragen zum Sinn ihres Lebens wurden. Wer sind sie, die gefrorenen Seelen? Die Leichen, versteckt unter Eis und Schnee? Oder Leute, die zwar den Eindruck machen, lebendig zu sein, deren Seelen aber für immer und ewig gefroren sind.

Eckdaten:

  • Taschenbuch: 447 Seiten
  • Verlag: Weltbild; 2008
  • ISBN-10: 3868000275
  • ISBN-13: 978-3868000276
     

Meine Bewertung: ****

 

 
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